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zur Zeit nicht ausgestellt
Inv.-Nr.: Be 43

Kurzschwert, « Cinquedea», «lingua di bue», «Ochsenzunge», italienisch-venezianisch Anfang 16.Jahrhundert.

Eisengefäss, halbkreisförmige, massive Knaufschiene, beide Enden mit einer Zierrrille, Vernietknauf. Flache, vierkantige, bogenförmige Parierstange mit schmaler werdenden Armen und gerundeten Abschlüssen. Die beiden Parierstangenhälften nehmen die Klingenwurzel in sich auf und wurden miteinander verschweisst. Die beiden flächigen Seiten der Parierstange bedeckt ein aus Wellenlinien zusammengesetzter, regelmässig angeordneter Wellendekor. Die seitlich sichtbare Angel ist beidseitig mit überlappenden , zweifach vernieteten Hornplatten belegt. Die etwas defekten und restaurierten Platten weisen einen einfachen gekerbten aus Kreisen und Rillen bestehenden Dekor auf.
Zweischneidige Klinge (Länge 65,3 cm, Breite 6,9 cm), rhombischer Querschnitt, Ansatzviertel beidseitig mit Mittelkannelürenpaar und Marke: Zwei gespiegelt angebrachte kurze Bogen, deren Aussenseite kurze Dreikantzacken aufweisen. Die Bogendenden markieren drei geschlagene Punkte, welche ein Dreiblatt bilden. Der Ätzdekor bedeckt nur die Hälfte des vom Mittelkannelürenpaar eingenommenen Klingenteils und besteht zur Hauptsache aus einer links und rechts der Kannelüre platzierten Kartusche mit ornamentalen Blattwerk.

Gesamtlänge: 78,7 cm Gewicht: 985 g
Provenienz: Galerie Fischer, Luzern, 17.6.1964, Nr. 310, Tafel 15.

Kommentar

Literatur: Seitz, Blankwaffen I op.cit., S. 173-176-178, 274-275. David Nicolle, Fornovo 1495, France’s Bloody Fighting Retreat, Oxford 2004, S.38, Abb. Cinquedea. Lionello Giorgio Boccia, L’Armeria del Museo Civico Medievale di Bologna, 1991, S.119-123, Kat.Nrn. 223-234. Lionello G.Boccia, Eduardo T.Coelho, Armi Bianche Italiane, Milano 1975, S.348-354, Abb.184-188, 190-238.