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zur Zeit nicht ausgestellt
Inv.-Nr.: Be 231

Säbel, französisch um 1795/1800, Stabsoffizier, leichte Kavallerie (?)

Messinggefäss, aus gegossenen und ziselierten Teilen zusammengesetzt, vergoldet, berieben. Griffkappe mit einem knaufartigen Aufsatz in Form eines Helms mit geschuppter Glocke, hohem, federgeschmücktem Kamm und kurzen Wangenklappen, der auf einem Lorbeerkranz liegt. Der flache, gewinkelte Griffbügel mündet in die flache, vierkantige Parierstange mit seitlichen Zierrillen, deren leicht ortwärts gebogener Arm in einem Abschlussknopf endet, spitzovale Mitteleisen. Griff gerundet, mit feiner Kupferdrahtwicklung von unterschiedlicher Verarbeitung.
Rückenklinge (Länge 81,7 cm, Breite 2,9 cm), breiter Hohlschliff, Ansatzdrittel gebläut, vergoldeter Ätzdekor: Trophäe, Medaillon mit Schleife, Blumenzweige etc. Schwarze Lederscheide, Messinggarnitur, Mundblech mit Tragring, Ringband, Stiefel samt Schlepper.

Gesamtlänge: 97,5 cm Gewicht (ohne Scheide): 730 g
Provenienz: Antiquar Werner Tschan, Bern, 19.7.1967.

Kommentar

Zu den bevorzugten Geschenksgriffwaffen für verdiente Offiziere gehörten während der Direktorialregierung, 1795 bis 1799, vor allem Säbel mit helmgeschmückten, einfachen Bügelgefässen, die sich jedoch durch ihre reiche Verarbeitung von den normalen Ausführungen abheben. Im Unterschied zu den häufiger anzutreffenden Modellen bei welchen der Helmkamm in den Griffkappenrücken übergeht, wurde bei der vorliegenden Waffe der Helm plastisch herausgarbeitet und freigestellt.
Literatur: Aries, Armes blanches op.cit., Vol.VIII 1968, «Sabres des officiers généraux de la chute de la Monarchie au Directoire». Lhoste/Resek, Sabres op. cit.,S.152, Nr.220, Gefäss ähnlich (ohne Griffkappe), S.202, Nr.345, S.203, Nr.348. Jean Pierre Martin, Les armes blanches de la Révolution, La Tour-du-Pin, 1985, S.116. Lhoste/Buigne, Armes blanches, symbolisme, op.cit., S.75-77.